Von Einfach im Leben 10. September 2026

Früher habe ich mich manchmal gefragt, warum Ärztinnen, Ärzte oder Menschen aus therapeutischen Berufen ihre Diplome und Zertifikate sichtbar an die Wand hängen.

Muss man wirklich zeigen, was man erreicht hat?

Heute sehe ich das anders.

Ja, wir dürfen zeigen, was wir erreicht haben.

Nicht, um uns über andere zu stellen. Sondern weil hinter jedem Abschluss, jedem Zertifikat und jedem persönlichen Erfolg eine Geschichte steckt.

Diese Wand erzählt meine.

Gerade wir Schweizerinnen und Schweizer sind oft sehr bescheiden. Manchmal vielleicht zu bescheiden.

Wir sprechen schnell darüber, was wir noch nicht können. Wir vergleichen uns mit Menschen, die vermeintlich mehr wissen oder schon weiter sind. Gleichzeitig vergessen wir, was wir selbst bereits geleistet haben.

Das kenne ich von mir.

Auch ich habe an meinem Wissen gezweifelt. Besonders dann, wenn es darum ging, mit meiner Arbeit sichtbar zu werden und meinem Wissen einen Wert zu geben.

In meinem früheren Blogbeitrag Finanzbildung ist wichtig, sagen zumindest alle habe ich offen darüber geschrieben. Ich wusste, dass Finanzbildung wichtig ist. Trotzdem zweifelte ich daran, ob mein Angebot gut genug ist und ob Schulen oder Lehrbetriebe bereit sind, dafür zu bezahlen.

Das Thema war nicht mein Problem.

Das Vertrauen in mich selbst war es.

Heute sehe ich mich und meine Leistungen anders.

Diese Veränderung kam nicht einfach von selbst. Ich habe mich in den vergangenen Monaten intensiv mit meinem Mindset beschäftigt. Auch die Hypnose hat mich dabei unterstützt, alte Zweifel anzuschauen und mein Vertrauen in mich selbst weiterzuentwickeln.

Hypnose ersetzt keine Entscheidungen und nimmt mir keine Arbeit ab. Aber sie kann dabei helfen, innere Blockaden zu erkennen und den eigenen Blickwinkel zu verändern.

Ich habe gelernt, meine Erfolge nicht sofort wieder herunterzuspielen.

Ich muss nicht alles wissen, um etwas weitergeben zu dürfen.

Ich muss nicht fertig sein, um stolz auf meinen bisherigen Weg zu sein.

Und ich muss nicht darauf warten, dass mir jemand anderes bestätigt, dass meine Arbeit wertvoll ist.

Meine beiden eidgenössischen Fachausweise stehen für viele Stunden Lernen, Prüfungen, Durchhaltevermögen und persönliche Entwicklung.

Ich bin Führungsfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis und Logistikfachfrau mit eidgenössischem Fachausweis.

Diese Abschlüsse habe ich nicht geschenkt bekommen. Ich habe dafür gearbeitet.

Daneben hängt mein SVEB Zertifikat. Später soll an dieser Stelle der Fachausweis Ausbilderin hängen.

Dieses Ziel habe ich noch nicht erreicht. Ich bin gerade auf dem Weg dorthin.

Auch das gehört für mich an diese Wand. Sie zeigt nicht nur, was abgeschlossen ist. Sie zeigt auch, dass meine Entwicklung weitergeht.

Hier begleite ich Menschen dabei, innere Blockaden zu lösen, Klarheit zu finden und ihren eigenen Weg zu stärken. Ende Jahr werden hier mein erstes Hypnose‑Diplom und mein Zertifikat hängen.

Sie stehen für eine Ausbildung, die mir unglaublich viel bedeutet nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Ich freue mich darauf, diesen Raum Schritt für Schritt weiter mit dem zu füllen, was ich lerne, weitergebe und mit jeder Sitzung vertiefe.

Auch das Erinnerungsstück zum 175 jährigen Bestehen der Schweizerischen Post gehört zu meiner Geschichte.

Seit 27 Jahren arbeite ich bei der Post.

27 Jahre im gleichen Unternehmen bedeuten aber nicht, 27 Jahre lang das Gleiche zu tun.

Ich durfte verschiedene Aufgaben übernehmen, Verantwortung tragen, Menschen begleiten und mich immer wieder weiterentwickeln. Ich habe Veränderungen erlebt, neue Wege eingeschlagen und viele Erfahrungen gesammelt.

Die Schweizerische Post hat mir Möglichkeiten gegeben. Was ich daraus gemacht habe, lag aber auch an mir.

Darauf bin ich stolz.

Auch die Uhren an der Wand haben für mich eine Bedeutung.

Sie erinnern mich daran, dass ich mich seit 2021 intensiv mit Finanzen und Investieren beschäftige. Ich wollte verstehen, wie Geldanlage funktioniert und wie ich Verantwortung für meine finanzielle Zukunft übernehmen kann.

Vieles habe ich mir selbst beigebracht.

Ich habe gelesen, Podcasts gehört, recherchiert, ausprobiert, Fehler gemacht und weitergelernt.

Dadurch wurde mir immer bewusster, wie wichtig verständliche Finanzbildung ist. Viele Menschen erhalten dieses Wissen weder zu Hause noch in der Schule. Trotzdem sollen sie später gute Entscheidungen über Steuern, Versicherungen, Vorsorge und Geldanlagen treffen.

Genau hier möchte ich mit «Einfach im Leben» ansetzen.

Schon mit 18 Jahren wollte ich verstehen, wie Geld funktioniert, wie man es sinnvoll einsetzt und wie man Verantwortung dafür übernimmt. Damals hätte ich jedoch nie geglaubt, dass ich irgendwann beruflich etwas mit diesem Thema machen würde.

Ich dachte, Finanzbildung sei etwas für andere, für Menschen, die „besser rechnen“, „mehr wissen“ oder „in Banken arbeiten“. Ich hätte nie erwartet, dass dieses frühe Interesse einmal zu einem Teil meiner Arbeit wird, zu einem Angebot, das ich mit Überzeugung und Freude weitergebe.

Heute weiss ich: Dieses Interesse war kein Zufall. Es war der Anfang eines Weges, den ich lange nicht gesehen habe.

Als ich meinen Beitrag über meine Zweifel an der Finanzbildung geschrieben habe, war noch vieles offen.

Heute steht mein erster Auftrag für einen Finanzbildungsworkshop kurz vor der Unterzeichnung.

Noch ist er nicht definitiv unterschrieben. Deshalb feiere ich die Zusage auch noch nicht als sicheren Auftrag.

Aber ich darf anerkennen, was sich verändert hat.

Ich bin mit meinem Angebot sichtbarer geworden. Ich habe aufgehört, nur darüber nachzudenken, und bin ins Handeln gekommen. Ich habe mein Angebot vorgestellt, einen Preis genannt und mich nicht wieder versteckt.

Genau das ist für mich Entwicklung.

Vielleicht ist dieser Auftrag nicht entstanden, weil ich plötzlich alles besser weiss. Vielleicht ist er entstanden, weil ich heute klarer zeigen kann, was ich kann und wofür ich stehe.

Meine Fachausweise und Zertifikate sind wichtig. Sie bestätigen, dass ich bestimmte Ausbildungen abgeschlossen und Prüfungen bestanden habe.

Aber mein Wissen besteht nicht nur aus Papier.

Es besteht auch aus 27 Jahren Berufserfahrung, aus Führungsverantwortung, aus der Arbeit mit Lernenden, aus persönlichen Erfahrungen und aus all den Situationen, in denen ich selbst Lösungen finden musste.

Es besteht aus Fehlern, Umwegen und Neuanfängen.

Genau diese Verbindung aus Wissen und Leben möchte ich weitergeben.

Nicht, damit andere meinen Weg gehen.

Sondern damit Menschen Wissen erhalten, Zusammenhänge verstehen und selbstbestimmt ihren eigenen Weg wählen können.

Dafür steht «Einfach im Leben».

Ich weiss nicht alles. Ich bin nicht fertig. Und ich habe noch viele Ziele.

Ich habe Fehler gemacht und werde noch viele machen. Trotzdem darf ich heute vor dieser Wand stehen und sagen:

Ich habe viel geleistet. Ich habe mich weiterentwickelt. Ich habe mir Wissen erarbeitet und Erfahrungen gesammelt.

Ich bin stolz auf meinen Weg und darauf, wo ich heute stehe.

Vielleicht sollten wir alle unsere eigenen Leistungen etwas weniger kleinreden. Stolz bedeutet nicht, sich über andere zu stellen. Manchmal bedeutet Stolz einfach, den eigenen Weg anzuerkennen mit allem, was dazugehört.

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